Interview mit WhoHub
Vor kurzem wurde ich über Twitter eingeladen bei einem Interview von WhoHub mit zu machen. Gut warum nicht, dachte ich mir. Kann ja nicht schaden und lange wird das schon nicht dauern. Naja, mit der Dauer hab ich mich zwar kräftig verschätzt, aber was solls.
Ich finde aber, dass das Ganze für außen Stehende sicher auch interessant wäre, um zu sehen wem sie da ihr Projekt anvertraut haben oder demnächst noch möchten. Besonders, da speziell Themen wie Beruf, Kreativität und Design behandelt werden. Vom beruflichen Werdegang, bis hin zu Herangehensweisen an Projekte. Zum „Gläsernen Designer“ werde ich dadurch sicher nicht, aber es langt um sich ein kurzes Bild von meiner Ansicht der Dinge bezüglich meines Berufes zu machen.
Das Ergebnis, unzensiert und in voller Länge:
Beruf
Was ist Ihr Beruf? Was steht auf Ihrer Visitenkarte unter Ihrem Namen?
Da steht “creative design concepts” aber Web- und Fotodesigner ginge natürlich auch.
Was haben Sie studiert und warum?
Das Leben und die Besten aus Design und Fotografie. Erfahrung in der freien Marktwirtschaft und in Agenturen wiegen meines Erachtens mehr als ein “Diplom” Zusatz vor dem Namen. Ich sag nur: “Frage: CMYK oder RGB Daten? Antwort: Als PDF halt.” Studium ist im Grafikgewerbe eben kein Garant für Qualität und Wissen.
Was erwartet man von Ihnen in Ihrer Arbeit? Wie setzen Sie diese Erwartungen um?
Kreative Lösungen die durch Einfallsreichtum, Qualität, ehrliche Beratung und technischem KnowHow die Wünsche und Ziele meiner Kunden wahr werden lassen.
Kundenzufriedenheit ist mein oberstes Gebot. Ich verkaufe nichts, was meine Klienten nicht glücklich machen würde. Mit mir kann man über alles reden und ich bin immer bestrebt das Beste zu geben. Meine Kunden schätzen die freundschaftliche Ebene über die ich mit Ihnen zusammen arbeite und das auch über das eigentliche Projekt hinweg.
Ihre Links im Internet (Website, Blog, Social Networks, etc.)
Website: http://huevision.de
Facebook: http://www.facebook.com/profile.php?id=100000610748728
MySpace: http://www.myspace.com/salvaro
Twitter: http://www.twitter.com/huelab
Xing: http://www.xing.com/profile/Michael_Wagner332
Wann war Ihnen bewusst, dass Ihre Tätigkeit ernst genommen wurde und Sie ein Profi auf Ihrem Gebiet werden konnten?
Nachdem diverse Arbeiten von mir in der “Design-FH-Hof” und beim “Verband Druck und Medien Hessen e.V.” Anklang gefunden haben und als Referenz für die dortigen Prüfungen vorgestellt wurden.
Welche Veröffentlichungen, die in Zusammenhang mit Ihrem Beruf stehen, lesen Sie regelmäßig?
Auf den Branchen bekannten Design-Blogs treibe ich öfters mein Unwesen. Fachmagazine und Zeitschriften lese ich eher selten.
Besonders Foto- und Web-Fachmagazine neigen dazu Anfänger-Themen zu behandeln, was für Newcomer sicher interessant ist, aber für erfahrene Leser eher weniger. Die “Page” für Designer ist natürlich immer lesenswert, jedoch suche ich mir persönlich immer die Ausgaben nach Schwerpunkten aus. Themen wie Informations-Design und Video oder 3D z.B. sind für mich einfach nicht relevant und auch wenn sie noch so interessant sein mögen; man kann nicht alles machen…
Die “W&V” lese ich jedoch recht gerne wegen dem neuesten Agentur-Klatsch und neuer Marktentwicklung. Auch die dortigen Werbe- und Konzeptvorstellungen großer Konzerne sind durchaus lesenswert. Eine Grundaffinität zum Marketing ist dabei aber Voraussetzung. Schön bei diesem Magazin ist auch das man erfährt wer hinter welchem Konzept steckt.
Welche Sprachen sprechen Sie? Wie haben Sie diese Sprachen gelernt?
Deutsch und Englisch. Ich kann aber in allen wichtigen Sprachen zumindest “Ich liebe dich” sagen. Ob mich das dort weiter bringt ist aber fraglich.
Nehmen Sie an Cocktails, Präsentationen, Messen und Tagungen statt, die im Zusammenhang mit Ihrem Beruf stehen?
Ich nehme hin und wieder an Seminaren des AGD, der Allianz Deutscher Designer teil. Auf Treffen der Xing Business Gruppen kann man mich durchaus auch antreffen, aber sicher nicht auf jedem.
Wie verändert das Internet Ihre Arbeitsweise?
Indem es ständig neue technologische Fortschritte bringt, in die ich mich einarbeiten muss und die ich natürlich meinen Klienten weitergeben möchte. Das Internet ist ein Teil meiner Arbeit und natürlich läuft ein Großteil der Kommunikation darüber.
Für die Fotografie durchaus ein Zeitgewinn da Modelle, Locations und Informationen einfach schneller greifbar sind. Der Flut an CMS, Modul Updates geschweige denn neuer Frameworks und neuer Versionierungen von Programmiersprachen muss man aber erst einmal Herr werden.
Glauben Sie, dass Ihre Hobbys dazu beitragen, Ihre professionellen Qualitäten zu steigern?
Da sich meine Hobbies nicht von meinem Beruf unterscheiden und ich meinen Beruf als Berufung sehe ein klares JA.
Referenzen, Veröffentlichungen, Wettbewerbe, etc.
Natürlich. Ich bin Web- und Fotodesigner. Wo wäre ich wenn ich keine Internetseiten veröffentlicht hätte oder nicht diverse Bilder in diversen Galerien hängen würden?!
Welche sind die häufigsten Fehler, die Kunden begehen, wenn sie über Ihre Arbeit urteilen?
Viele sehen den Aufwand und die Zeit nicht, der/die nötig ist um erfolgreich Projekte zu realisieren. Das betrifft z.B. die Konzeptionsphase, Projektplanung oder research was häufig einfach nicht wahrgenommen wird. Individualprojekte sind eben keine Massenfertigung.
Oft wissen die Menschen auch einfach zu wenig über das Internet und seine Möglichkeiten wodurch mein Beruf immer mehr Beratung verlangt.
Auch das System der Nutzerlizenzen auf Designleistung ist vielen nicht schlüssig, was man aber Branchen-Fremden kaum als Fehler an lasten kann.
Kreativität
Wie verhindern Sie, sich zu wiederholen, in Formeln zu verfallen? Wie wahren Sie die Frische?
Ich sehe jeden Auftrag als ein neues Projekt und bereite mich neu darauf vor. Außerdem liebe ich es neue Ideen aus zu probieren, wodurch ein bereits realisiertes Projekt einfach uninteressant wird und auch als Inspiration nicht mehr in Frage kommt.
Können Sie sich in eine schlechte Idee verlieben, nur weil sie von Ihnen stammt? Wie vermeiden Sie so etwas?
Nein, das kommt nicht vor. Ich habe einfach einen gewissen Anspruch den ich erfüllen möchte. Ich bin mit meinen Projekten auch nie gänzlich zufrieden. Klar gibt es da einige gute Arbeiten aber in der Regel finde ich trotzdem Details die man hätte besser machen können.
Wäre ich ausnahmslos zufrieden, würde ich auf meinem aktuellen Stand stehen bleiben und mich nicht mehr weiter entwickeln.
Seien Sie ehrlich: Für welche Firma oder für welche Person würden Sie gerne arbeiten?
Ich hätte da gerne den ein oder anderen Mode-Kunden auf der Projektliste. Sowohl für Foto als auch Web. Meist trauen sich diese Kunden einfach mehr und man kann druchaus auch mal kreative und provokante Arbeiten abliefern.
Fände ich eine schöne Abwechslung zur klassischen Werbung die als Anspruch meist nur das bedingungslose “funktionieren” hat.
Ihr Lieblings-Werbespot, den Sie in der letzten Zeit gesehen haben?
Die Hornbach-Spots finde ich immer sehr gelungen. Das die sich trauen etwas kreativer und provokanter zu Arbeiten rechne ich denen sehr hoch an!
Die neue Post e-Brief Werbung ist auch gut geworden.
Zwar schon etwas älter, hab ich aber immer noch im Kopf, ist die VW Passat Werbung mit dem Leoparden der einem erst auffällt, nachdem man darauf aufmerksam gemacht wurde.
Auch aus der Zeit und von mir für gut befunden, der Alfa MiTo Spot mit dem drehenden Würfel und Musik von DuftPunk.
Welche Weltstadt reizt Sie derzeit aufgrund Ihres kreativen Ambientes?
Ganz klar Berlin. Meiner Meinung nach kreativste Stadt Deutschlands.
Was fühlen Sie, wenn Sie Ihre Ideen vor zwei oder drei Jahren sehen?
Ich Frage mich immer wie ich es geschafft hab den Mist zu verkaufen. Wobei da schon das ein oder andere Schmuckstück und Prestigeprojekt dabei war.
Design
Worauf haben Sie sich spezialisiert?
Auf die Probleme meiner Kunden in Sachen Marketing und Werbung. Und auf gute Fotos mit Konzept und Idee.
Hauptsächlich betrifft das Individualprojekte, die eine Struktur und konzeptionelles Vorarbeiten erfordern. Ein “mach mir mal schnell mal” oder Massenware aus dem Baukastensystem gibt es bei mir nicht.
Ich mache Konzepte und keine Flyer… Flyer ergeben sich jedoch aus den Konzepten. Wenn du ein Auto entwickelst fängst du ja auch nicht mit der Herstellung der Scheinwerfer an…
Können wir Ihr Portfolio online sehen?
Ja unter http://huevision.de sind diverse Projekte und Bilder vorgestellt. Ein stets aktuelles PDF Portfolio gibts aber nur auf Anfrage.
Wie war Ihr beruflicher Werdegang?
Ich fing an als Grafiker und Programmierer in einer Werbeagentur, machte dann die IHK Prüfung zum Mediengestalter-Konzeption und Visualisierung und war zuletzt leitend als Jr. Art-Director für die Bereiche Web und Print tätig.
Mittlerweile bin ich Selbständig und habe den Schwerpunkt Fotodesign mit aufgenommen.
Welche neuen Bereiche würden Sie gerne experimentell erforschen?
3D und Raumausstatter für Markenshops. Jedoch wirklich nur experimentell. Ich habe aktuell kein Interesse das ins Portfolio mit auf zu nehmen.
Ist es rechtens, bis zu einem bestimmten Punkt zu kopieren?
Eigentlich nein. Jedoch gibt es einfach nicht mehr viel das du neu Erfinden kannst. Du wirst immer Ähnlichkeiten zwischen Projekten finden. Was natürlich auch Mode bedingt ist.
Glauben Sie, dass die neuen Generationen besser sind auf dem Gebiet des Desings?
Die Medienaffinität ist sicherlich größer was ein Vorteil sein kann. Zwingend besser denke ich aber nicht.
Wie kalkulieren Sie den Kostenvoranschlag für ein Designer-Projekt?
Ich nehme die Tarifrichtlinien des AGD zur Hand und passe diese den finanziellen Mitteln meiner Klienten an. Meist Arbeite ich auch einfach mit einem bereit gestellten Budget des Kunden. Da ich recht freundschaftliche Beziehungen zu meinen Klienten habe, ist das zumindest für diese nie ein Nachteil gewesen.
Bis zu welchem Punkt spiegeln Ihre Design-Entwürfe Ihre Persönlichkeit wider?
Gar nicht. Design ist Gebrauchsgrafik und spiegelt, wenn überhaupt, die Persönlichkeit des Unternehmens wider das mich beauftragt hat. Meine Persönlichkeit hat dort nichts zu suchen.
Wären Sie kein Designer – was würden Sie dann tun?
Versuchen Designer zu werden.
Von welchem Projekt oder welcher Arbeit träumen Sie gerade?
Ein Mercedes AMG Carlsson mitten in einem Sägewerk, in der Dämmerung mit den beleuchteten Kränen und Holzstapeln im Hintergrund. Wie so oft hängt es dabei einfach wieder am Termin. Der Rest steht bereit.
Sehen Sie sich in 20 Jahren immer noch als Designer arbeiten?
Mit Sicherheit. Design ist aber nicht nur meine Arbeit, sondern mein Leben.
Fotografie
Haben Sie eine Online-Galerie, wo wir Ihre Fotos sehen können?
Unter http://huevision.de sind Fotos zu finden.
Auf meinen SozialNetwork Profilen natürlich auch.
Haben Sie eine Ausbildung als Fotograf?
Ich bin gelernter Mediengestalter-Visualisierung und Konzeption. Fotografie war zwar Ausbildungsinhalt aber nicht Schwerpunkt. Dafür bin ich ein talentierter Autodidakt.
Welche Art Fotografie bevorzugen Sie?
Werbung, Fashion, People, Fahrzeuge. Bereiche mit Konzeptionsanspruch eben.
Was versuchen Sie mit Ihrer künstlerischen Fotografie auszudrücken?
Künstlerische Arbeiten mit Personen gehen bei mir immer etwas ins Sozialkritische. Dabei Arbeite ich gerne mit Kontrasten und Klischees.
Fotografieren Sie mit einem Vorsatz im Hinterkopf, oder lassen Sie sich von den auftretenden Umständen geleiten?
Im Grunde habe ich immer eine feste Idee die ich realisieren möchte. Ist das geschafft und es bleibt noch Zeit wird auch schonmal improvisiert.
Canon, Nikon, Fuji, Sigma, Olympus, Sony, Pentax… Welche Marke bevorzugen Sie, und warum?
Canon oder Nikon. Mittlerweile nehmen sich die zwei Systeme garnichts mehr. Den Rest halt ich für professionelle Anwendung ungeeignet. Nicht Zukunftssicher und zu kleine Zubehör- und Objektiv-Palette. Persönlich arbeite ich mit Canon weil ich ein Fan von Festbrennweiten bin und Canon da einfach mehr zu bieten hat.
Richtig interessant wird es aber sowieso erst ab Mittelformat, sprich Hasselblad.
Welche Software und Plug-Ins benutzen Sie, um Ihre Fotografien zu bearbeiten und zu verwalten?
Lightroom 2, Photoshop CS3 nur in Ausnahmen wenn z.B. was zu Stempeln ist. Ich überlege aber mit der Anschaffung eines neuen Mac auf Aperture3 zu wechseln und dann auch auf CS5 zu upgraden.
Welche klassischen Meister der Fotografie bevorzugen Sie?
Ich weiß nicht ob man die zu “klassisch” zählen kann:
Ian Plant (Geniale Landschaftsaufnahmen, mehr Traum als Wirklich)
David LaChapelle (Auch wenn mir ein paar Aufnahmen ZU Homoerotisch sind)
Daniel Woeller + Marc Trautmann (in Sachen Fashion)
oder Dave Hill, Trevor Brady und David Ken.
Außerdem mag ich diverse Aufnahmen der großen deutschen advertising Fotografen wie. Karsten Koch, den Lifestyle Bereich von Ralph Hartgarten, Peter Keil, Benno Kraehahn oder Uwe Boehm ganz gerne. Gibt da einige…
Sehen Sie sich eher als Techniker oder als Künstler?
Eher als Künstler, aber das Technikverständnis muss natürlich auch stimmen.
Persönlichkeit
Welche Hobbys haben Sie?
Meinen Beruf
Wie stehen Sie zu den beiden Aussagen “Arbeiten um zu Leben” bzw. “Leben um zu Arbeiten”?
Mag ich beides nicht. Das klingt so gezwungen. Ich formuliere das mal um in: “ich lebe für meine Arbeit”.
Sind Sie Ex-Raucher? Wie haben Sie es geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören?
Das Rauchen aufzuhören ist einfach, jeden Abend wenn ich ins Bett geh höre ich neu damit auf. Am nächsten Morgen nicht wieder anzufangen ist das Problem…
Ein Gebiet, auf dem Sie völlig unerfahren sind?
Webdesign und Fotografie… Nein, Spaß hehe ![]()
Ich hab da jemanden im Bekanntenkreis der macht irgendwas mit Nano und Beschichtung und Ingenieurzeug. Definitiv DAS.
Gibt es etwas, das Sie noch nicht gemacht haben, aber definitiv in Ihrem Leben irgendwann einmal machen wollen?
Mit der Kamera und nem ’67er Mustang Fastback durch die USA reisen und dort Land und Leute dokumentieren.
Ideen
Ist Markenware wichtig für Sie, wenn Sie einkaufen gehen?
Da ich selbst beruflich Marken bilde und ausbaue, bin ich dafür wohl nicht so empfänglich wie andere.
Gibt es Ihrer Meinung nach zu viele Feiertage und Ferien?
Ich bin Selbständig, ich habe weder Feiertage noch Ferien. *lach*
Glauben Sie, es stimmt, dass wir nur knapp zehn Prozent unseres geistigen Potentials nutzen?
Ich glaube, das es stimmt, das manche Menschen nichtmal 10% ihres geistigen Potenzials nutzen.
Gibt es Außerirdische?
Sicher, aber sicher nicht so nah das wir von ihrer Existenz Kenntnis nehmen würden.








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